Zum Inhalt springen.

Navigation

20 Menschen

Prof. Dr. Hartmut Schulze

1. Januar 2026

Hartmut Schulze prägte die Hochschule als langjähriger Dozent und Institutsleiter. Ausserdem war er für die Umsetzung des Flexible-Office-Konzepts im Jahr 2013 verantwortlich. Davon berichtet er hier.

  • an der Hochschule von 2006–2024, seit 2025 als externer Dozent
  • 2006–2025: Dozent
  • 2011–2021: Leiter Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung, Mitglied der Hochschulleitung

Woran erinnern Sie sich besonders gern, wenn Sie an Ihre Zeit an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW denken?

Der «Pioniergeist», mit dem wir die Hochschule aufgebaut und in der akademischen und anwendungsorientierten Landschaft der Schweiz verankert haben, begeistert mich bis heute. Die Entwicklung zu einem der grössten Kompetenzzentren für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie war eine beachtliche Leistung. Für mich persönlich besonders erfüllend war, im Team zweimal ein «Arbeitslabor» mit Forschung und Lehre zu verbinden: das Flexible Office als Reallabor für mobil-flexible Arbeit, aus dem ein ganzes Forschungsprogramm entstand, und das Usability- und Roboterlabor, in dem wir früh mit sozialen Robotern experimentierten – noch ohne Zugang zu Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT oder Gemini – und potenzielle Anwendungsszenarien partizipativ mit späteren Nutzenden entwickelten.

«Der ‚Pioniergeist‘, mit dem wir die Hochschule aufgebaut und in der akademischen und anwendungsorientierten Landschaft der Schweiz verankert haben, begeistert mich bis heute.»
Prof. Dr. Hartmut Schulze

Was macht die Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW aus Ihrer Sicht einzigartig?

Einzigartig ist, dass sich die Hochschule zu einem prägenden Kompetenzzentrum für unser Fachgebiet im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Damit können wir nicht nur angewandte Diskurse mitgestalten, sondern haben auch Konzepte entwickelt, die dauerhaft in Unternehmen genutzt werden – etwa unser Framework für mobil-flexible Arbeit oder Projekte mit sozialen Robotern.

«Ich wünsche der Hochschule, dass sie auch in Zeiten digitaler Transformation und KI eine prägende Rolle in der Gestaltung der Arbeit behält.»
Prof. Dr. Hartmut Schulze

Was wünschen Sie der Hochschule für die kommenden 20 Jahre?

Ich wünsche der Hochschule, dass sie auch in Zeiten digitaler Transformation und KI eine prägende Rolle in der Gestaltung der Arbeit behält. Mein Wunsch ist, dass wir als Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsycholog*innen nicht nur die Aufgaben gestalten, die nach dem Einzug neuer Technologien wie aktuell der KI verbleiben, sondern aktiv die Anforderungen an das technische System mitdefinieren. So können wir einen deutlich grösseren Hebel für menschengerechte Arbeit schaffen – ganz im Sinne der soziotechnischen Systemgestaltung.

Flexible Office

2013 bezog die Hochschule ihre heutigen Büroräumlichkeiten im Sälipark Olten und richtete diese als «Flexible Office» nach einem tätigkeitsbasierten Shared-Desk-Prinzip ein. Hartmut Schulze war für die Umsetzung verantwortlich. Davon berichtet er hier:

«Erste Erfahrungen mit dem Konzept Flexible Office sammelten wir bereits wenige Jahre nach der Gründung der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW. Anfangs waren die Arbeitsplätze noch behelfsmässig eingerichtet und über mehrere Räume verteilt. Schliesslich wurde eine Bürofläche (Halle 20) angemietet, um zeitgemässe Arbeitsplätze an einem Ort zu schaffen. Es stellte sich die Frage, ob fix zugeordnete Büros eingerichtet werden sollten – oder ob ein Flexible Office nach einem tätigkeitsbasierten Shared Desk-Prinzip besser geeignet wäre. Dieser Ansatz war zunächst umstritten. Da dies von Beginn an als Übergangslösung und Experiment angelegt war, liessen sich die Mitarbeitenden darauf ein, um Erfahrungen mit dem neuen Konzept sammeln zu können.

2013 zog die Hochschule in den 3. und 4. Stock des Säliparks Olten. Erneut stand zur Diskussion, ob Einzelbüros oder ein Flexible Office eingerichtet werden sollten. Eine Umfrage unter den Mitarbeitenden ergab eine deutliche Mehrheit für ein «erweitertes Flexible Office». Damit startete eine Planungsgruppe, aus der später die Arbeitsgruppe Flexible Office hervorging.

Bei der Gestaltung folgten wir dem Prinzip «von laut nach leise» – vorne die Bereiche für Austausch, hinten jene für konzentriertes Arbeiten. Zudem wurden bewusst keine festen «Homebases» für einzelne Institute geschaffen. Ziel war es, den Austausch über Institutsgrenzen hinweg sowie spontane Begegnungen zu fördern.

Der Umzug im Herbst 2013 und die Inbetriebnahme des neuen Flexible Office waren eine spannende Zeit, die auch unseren Pionier- und Experimentiergeist beflügelte.

Ein grosses Diskussionsthema war der Stauraum: Wer bekommt wie viele Regalfächer? Wer einen Roll-Caddy? Durch eine Umfrage fanden wir eine pragmatische Lösung – manche wählten den Caddy, andere mehr Regalfächer.

Insgesamt gab es deutlich weniger Bedenken als beim Bezug der Halle 20 ein paar Jahre zuvor. Die Mitarbeitenden hatten mittlerweile erlebt, dass sich im Flexible Office nicht nur gut arbeiten lässt, sondern auch der Kontakt untereinander intensiver ist als in Einzelbüros. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu fixen Wänden lässt sich Layout und Einrichtung flexibel verändern.

So wurden später Massnahmen umgesetzt, um Lärm zwischen den Zonen zu reduzieren, ein Ruhe-/Stillraum eingerichtet und der 4. Stock durch Pflanzen aufgewertet. Während der Pandemie kamen zusätzliche Telefonboxen hinzu. Diese Anpassungsfähigkeit war meines Erachtens entscheidend für die Akzeptanz des Konzepts.

Besonders positiv erinnere ich mich daran, dass wir das Flexible Office auch als eigenes «Labor» nutzen konnten. Methoden, die wir intern testeten, wurden später in angewandten Forschungsprojekten für Partner wie PH Zürich, ETH, DBK Solothurn, PSI, G+F und weitere eingesetzt. Das Credo «wir leben, was wir lehren» konnten wir so konsequent umsetzen.

Ebenso bleibt mir das grosse Interesse von Medien, Hochschulen und Unternehmen in Erinnerung. Wir konnten zeigen, wie sich mit überschaubaren Mitteln ein funktionales Flexible-Office-Layout und eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen lässt.»

Weiterlesen

20 Meilensteine

2013 | Wir leben Flexible Office

2013 bezog die Hochschule ihre heutigen Büroräumlichkeiten im Sälipark Olten und richtete diese als «Flexible Office» nach einem tätigkeitsbasierten Shared-Desk-Prinzip ein.

Alle News und Events

Schlagworte: 20 Menschen, Hartmut Schulze

zurück zu allen Beiträgen

Footer